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Hausärzte: Förderung alternativer Wohn- und Pflegeformen

Insbesondere auch in ländlichen Regionen kann der Aufbau virtueller Heime, in denen eine abgestufte Versorgungskette verschiedener Dienstleister aus dem medizinischen, pflegerischen und hauswirtschaftlichen Bereich gemeindenah zusammenwirken, eine stationäre Pflege überflüssig machen.

Ein gutes Beispiel für einen sektorübergreifenden Zusammenschluss ist das Gesundheitsnetzwerk Sanopro in Hamburg. Das Netzwerk umfasst Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte, ambulante Pflegedienste, stationäre Altenhilfeeinrichtungen, Hospize und ambulante psychosoziale Dienste.
 
Alternative Wohn- und Pflegeformen werden künftig eine besondere Rolle auf dem Pflegemarkt einnehmen. Ältere Menschen wollen ihre Selbständigkeit möglichst lange in einer hausärztlichen Umgebung beibehalten. Da die Kapazitäten und die Bereitschaft der Pflege innerhalb der eigenen Familie weiter abnehmen, werden sich im Wettbewerb um Kunden neue Versorgungsmodelle durchsetzen, die den Bedürfnissen der Zielgruppe besser entsprechen. Die mit der Reform der Pflegeversicherung erstmals eingeführte Möglichkeit, die Ansprüche mehrerer Pflegebedürftiger auf grundpflegerische Leistungen und hauswirtschaftliche Versorgung zu bündeln und gemeinsam in Anspruch zu nehmen (sog. „Poolen“), wird die Nutzung neuer Wohnformen oder Wohn- und Hausgemeinschaften weiter erhöhen. Allein in Berlin waren im Jahr 2007 bereits mehr als 230 Wohngemeinschaften mit gemischter Belegung gemeldet, in denen insgesamt über 1.000 Bewohner durch ambulante Pflegedienste versorgt wurden.
 
 
Rolf Milla
Rechtsanwalt
Wirtz, Walter, Schmitz & Partner / 6. Dezember 2008
 
 
 
 

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