Eine Untersuchung des IFABAS (Institut für betriebswirtschaftliche Analysen, Beratung und Strategie-Entwicklung) in Düsseldorf ergab, das eine nur auf QM konzentrierte Fortentwicklung von Praxen einen Wettbewerbsnachteil darstellt, da keine Kapazitäten für andere Bereiche frei bleiben.
Nach der Einschätzung von IFABS-Leiter Klaus Dieter Thill reicht es im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben zu bleiben. Die unternehmerische Weiterentwicklung muss dabei im Fokus bleiben. Eine Gruppe von 320 Praxen von Allgemeinmedizinern mit dem Schwerpunkt QM wurde über anderthalb Jahre mit den Durchschnitt aus der Fachgruppe der Allgemeinmediziner verglichen. Untersucht wurden verschiedene Faktoren, wie wirtschaftlicher Erfolg, Zufriedenheit von Mitarbeitern und Patienten und die Weiterempfehlungsquote. Stichproben in anderen Fachgruppen zeigten den selben Trend.
Im Ergebnis zeigte sich, das die Praxen mit Schwerpunkt auf dem QM in wichtigen Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit schlechter abschnitten als die Kontrollgruppe und hinter dem Fachgruppendurchschnitt zurückblieben.
Nach Thills Erfahrung aus seiner Praxisberatung ist das nicht erstaunlich. "Wenn Praxisteams akribisch Checklisten erstellen und Hygienepläne erarbeiten, ist das sehr zeitintensiv und lässt wenig Raum für anderes", sagt er. Wenn Praxen pragmatischer mit dem Thema umgehen - etwa die Hygieneplanung darauf ausrichten, was das Gesundheitsamt bei einer Praxisbegehung verlangt - müssen sie viel weniger Arbeitsstunden investieren. "Die eingesparte Zeit kann dann in einen neuen Praxisflyer oder eine verbesserte IGeL-Argumentation investiert werden."
Neben der Qualitätssicherung sei eine Menge zu tun „Wer das nicht tut, fällt zurück", so Thill.